Artur Fischer

28.02.2005

"Es muss klar sein, dass das, was man macht, anderen nützt."

Artur Fischer

Artur Fischer. der Vater des
fischertechnik Systems

Natürlich gehört in ein Museum über fischertechnik auch eine Abteilung über seinen Erfinder.

Seine wohl bekanntesten Erfindungen:

  • Blitzgeräte für Fotoapparate, insbesondere die 4-fach Blitzwürfel,
  • Dübel in vielfacher Form für alle Arten von Befestigungsproblemen, bis hin zu solchen für Knochenbrüche,
  • Fischer Tipp, selbstklebende Klötzchen aus Maisstärke
  • und natürlich fischertechnik!

Geschäftsbriefe beginnt man meist mit der Standardformulierung "Sehr geehrte..." ohne sich groß darüber Gedanken zu machen, was man da schreibt und nur selten steht man wohl wirklich dahinter. Als ich jedoch 2004 einen Brief an Artur Fischer senden wollte, fiel mir beim Schreiben der Formulierung "Sehr geehrter Herr Fischer" auf, dass hier einer der seltenen Fälle vorlag, wo ich sie wirklich mit gutem Gewissen verwendete. Das nicht nur wegen der langen Liste von offiziellen Ehrungen:

sondern auch aus persönlicher Einschätzung nach jahrelangem Spaß an fischertechnik und mehrjähriger Arbeit an diesen Seiten.

Korrekt hätte die Anrede allerdings wohl so lauten müssen:
"Sehr geehrter Herr Senator E.h. Prof. Dr. phil. h.c. Dr.-Ing. E.h. Artur Fischer".

Artur Fischer, Klaus Fischer und die fischerwerke chronologisch

Zu Artur und Klaus Fischer gibt es soviel zu sagen, dass ich eher ein Buch schreiben müsste, als eine Internetseite. Daher kann ich hier nur eine Tabelle mit Stichworten anbieten.

1919Am 31.Dezember wird Artur Fischer in Tumlingen, Baden Württemberg geboren.
  
1930Besuch der Realschule in Dornstetten (bis 1933).
1933Schlosserlehre bei Schlossermeister W. Müssing in Stuttgart (bis 1937).
1938Ein halbes Jahr Arbeitsdienst, danach Einberufung zur Luftwaffe (bis 1946).
  
1946Mitarbeit in einem Elektrogeschäft in Freudenstadt.
1947Technischer Assistent (andere Quelle: Technischer Zeichner) bei Dr. Ing. Rösger in Freudenstadt.
Am 27. Mai heiratet Artur Fischer
1948Gründung der Firma Artur Fischer Apparatebau Hörschweiler. Entwicklung von Blitzgeräten und Webstuhlschaltern.
20. Juni: Geburt der Tochter Margot.

Jahresumsatz: 2000 Mark.
1949


9. Juli: Erstes Patent (Nummer 819620) auf ein "Magnesium-Blitzlichtgerät mit Verschlußsynchronisation"

Jahresumsatz: 70 000 Mark

1950Umzug nach Tumligen
Beginn der Zusammenarbeit mit AGFA.
Die Zusammenarbeit war so fruchbar, dass spaßige Zeitgenossen den Firmennamen  AGFA  zu "Alles Gute Fischer Arbeit" umdeuteten.

17. August: Geburt von Sohn Klaus Fischer.

Jahresumsatz: 164 000 Mark
1951 
1952 
1953Bereits 1953 beginnen die fischerwerke beispielhaft mit dem Kunststoffrecycling.
1954Der Jahresumsatz überschreitet die Millionengrenze (DM).
1955 
1956 
1957Beginn der Dübelfertigung.
1958gründet Fischer ein Zweigwerk in Altheim, 25 Mitarbeiter produzieren dort Blitzgeräte für AGFA.


7. November: Artur Fischer meldet den Fischer S Dübel unter der Nummer 1 097 117 beim Deutschen Patentamt an: "Über einen Teil seiner Länge geschlitzter zylinderförmiger Spreizdübel, dessen vorderes Ende mit sägezahnförmigen Einschnitten versehen ist." .

1959 
1960 
1961 
1962Niederlassungen in Frankreich, Brasilien, Spanien und Italien.
1963Erfindung einer Mehrfachblitzlampe auf einem gemeinsamen Sockel (Blitzwürfel).
Gründung der Fischer - Iberica S.A. in Spanien.
1964 
1965Entwicklung des fischertechnik Baukastensystems als Weihnachtsgeschenk.
Die ersten 1000 Kästen spendet Artur Fischer der Aktion Sorgenkind.
1966Markteinführung von fischertechnik. - Bereits im ersten Jahr seiner Existenz erhält das neue Baukastensystem in Frankreich die Auszeichnung "Meilleur Jouet 1966"!
Gründung des Zweigwerkes in Salzstetten mit 10 Mitarbeitern.
1967 
1968Am 3. Dezember verleiht Regierungspräsident Birn Artur Fischer das Bundesverdienstkreuz am Bande.
1969Das Unternehmen erziehlt einen Jahresumsatz von 40 Millionen DM
1970Erfindung mehrerer Dübel zur Fixierung von Knochenbrüchen.
1971 
1972Die fischerwerke beschäftigen inzwischen mehr als 1000 Mitarbeiter.
1973 
1974 
1975Nach dem Studium an der FH Konstanz und einem Auslandspraktikum tritt Klaus Fischer in die fischerwerke ein.
1976Am 8.April verleiht die Justus Liebig-Universität, Gießen, Artur Fischer die Ehrendoktorwürde (Dr.h.c. - Doktor honoris causa = ehrenhalber) in Anerkennung seiner Verdienste im Bereich der Pädagogik. Damit wurde die besonders lehr- und lernbezogenen Seite von fischertechnik gewürdigt.
1977Im Frühjahr erhält Dr.h.c. Artur Fischer das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse.
Am 20. Mai wird Artur Fischer von der Universität Stuttgart zum Ehrensenator berufen.
1978Auf den Namen von Dr. Artur Fischer sind weltweit inzwischen 3798 Patente registriert, 1668 davon für fischertechnik, die übrigen 2120 für fischerdübel.
1979Am 21. Dezember übergibt Dr.h.c. Artur Fischer im Rahmen der feierlichen Eröffnung des Forschungszentrums die Geschäftsführung der Fischer-Werke an seinen Sohn Klaus.
Artur Fischer übernimmt die Leitung des Fischer Forschungszentrums und betätigt sich weiterhin als Erfinder.
1980Lothar Späth, der Ministerpräsident von Baden-Württemberg, verleiht Dr.h.c. Artur Fischer die Verdienstmedallie des Bundeslandes.
Erfindung der Zyklon-Hinterschnittbohrvorrichtung
1981Mit dem Start von Produktion und weltweitem Vertrieb der fischer CBox wird die dritte Säule der Unternehmensgruppe "fischer automotive systems" aus der Taufe gehoben.
1982Beginn der Förderung der Grundlagenforschung auf dem Gebiet der Befestigungstechnik am Institut für Werkstoffe im Bauwesen (IWB) der Universität Stuttgart, das sich nicht zuletzt dadurch als weltweit anerkanntes Zentrum für Befestigungstechnik etablieren konnte.
1983 
1984Aufnahme von Artur Fischer in die Ehrengalerie der Erfinder im Deutschen Patentamt München.
Entwicklung des FU Universal-Dübels.
1985 
1986Artur Fischer wird durch das Land Baden-Württemberg mit dem Ehrentitel "Professor" ausgezeichnet.
1987Entwicklung des ersten uneingeschränkt zugzonentauglichen Bolzenankers der Welt (was auch immer das ist).
1988 
1989Gründung von fischer A/S in Dänemark als 10. Auslandsgesellschaft
1990 
1991Verleihung des Großen Bundesverdienstkreuzes und des "Werner von Siemens Rings" an Artur Fischer als erster nicht-Techniker und als 27. Träger überhaupt.
1992Dr.h.c Artur Fischer wird zum Ehrenmitglied des Deutschen Museums in München ernannt. Davon gibt es nur 4!
1993 
19949. Dezember: Die Universität Stuttgart verleiht Artur Fischer die Würde eines Dr.-Ing. Ehren halber (E. h.).
1995Jahresumsatz: 500 Millionen Mark.
1996Für seine beruflichen Leistungen erhält Klaus Fischer die Wirtschaftsmedaille des Landes Baden-Württemberg.
1997Klaus Fischer wird Ehrensenator der Universität für Bodenkultur Wien.
1998Artur Fischer entwickelt Fischer Tip, ein aus Maisstärke hergestellten Kreativspielzeug.
Jahresumsatz: 680 Millionen Mark.
1999Die Sendung mit der Maus zeigt in einem sehr interessanten Beitrag die Herstellung eines Fischerdübels. Allerdings nicht die Industriefertigung, sondern Artur Fischer persönlich zeigt, wie er auf die Idee gekommen ist und stellt einen Dübel in Handarbeit her. Wirklich sehenswert!

22. Oktober: Der Senat der Universität Stuttgart verleiht Klaus Fischer die Ehrensenatorwürde.
2000Im Deutschen Pavillon auf der Weltaustellung EXPO2000 in Hannover werden unter dem Titel „Ideenwerkstatt Deutschland“ Büsten berühmter Deutscher gezeigt. Neben den bei solchen Anlässen allgegenwärtigen Politikern, Sportlern, Intellektuellen und Künstlern finden hier zur Abwechselung auch einmal Erfinder und Menschen, die etwas für Kinder getan haben Beachtung:
  • Hans Beck (Playmobil),
  • Gerhard Behrend (Sandmännchen),
  • Robert Bosch (Zündkerze),
  • Albert Einstein (Relativitätstheorie),
  • Artur Fischer (Blitzlich, Dübel und fischertechnik),
  • Gebr. Grimm (Märchen)
  • Janosch (Bildergeschichten),
  • Erich Kästner (Kinderromane),
  • Margarete Steiff (Steifftiere),
  • Konrad Zuse (Computer) und Last but not least
  • "Die Maus".

29.11. - 07.12.: Die Fachhochschule Karlsruhe zeigt in der Ausstellung "Artur Fischer – Erfinder, Unternehmer, Maler" zeigt 21 seiner Gemälde.

2001Im Juli erhält Senator E.h. mult. Dipl. lng. (FH) Klaus Fischer, das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland
2002 
2003 
2004Die Zeitschrift "Technology Review" berichtet unter dem Titel "Der Herr der Dübel" über Leben und Werk von Artur Fischer.

 

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