Datensicherheit


letzte Änderung am: 29.05.2003

Vom Wert der Daten
Die drei Seiten der Datensicherheit
Hardwarefehler und Störungen
Festplatten sind Verschleißteile
SCSI oder IDE


Vom Wert der Daten

Solange man auf die eigenen Daten zugreifen kann, erscheinen sie einem eher unbedeutend. Erst wenn der Computer streikt stellt man fest, wie wenig man ohne die in ihm befindlichen Daten weiterarbeiten kann. Plötzlich wird einem heiß und kalt gleichzeitig. Man versucht den Computer neu zu starten, doch der weigert sich hartnäckig. Dann haben die Daten plötzlich einen enormen Wertzuwachs erhalten, dann sind sie das Wichtigste in einer Firma ... ja ihr Verlust führt in vielen Fällen eine Firma direkt oder indirekt in den Konkurs.
Unterschätzen Sie nie die Kosten eines Ausfalls. Denken Sie dabei auch an die verdeckten Kosten, wie z.B.die Löhne Ihrer Mitarbeiter, entgangene Umsätze und Zusatzkosten z.B. durch umständlicheren Versand. Es gibt einige Beispiele aus der Industrie, wo der Ausfälle von Datenbankservern für die Lieferscheinerstellung in 1 bis 3 Stunden mittelbare Schäden in zweistelliger Millionenhöhe erzeugt haben.
Sie denken: "Das ist bei mir nie der Fall"? ... Stellen Sie sich doch bitte mal vor, Ihre EDV Anlage fällt aus, der Kundendiensttechniker behebt den Schaden bis zum nächsten Morgen und Sie müssen nur noch den Backup (ich hoffe Sie haben einen) wieder einspielen.
Haben Sie das schon mal gemacht? Sind Sie sicher, dass es auch funktioniert? Wie alt ist das Backup und wieviele Vorgänge/Buchungen müssen Sie bzw. Ihre Mitarbeiter nochmal eingeben? Ist Ihnen klar, dass ein Restore leicht die drei bis fünffache Zeit eines Backup-Laufs in Anspruch nehmen kann?
Ich kann Ihnen nur ganz dringend empfehlen, üben Sie den Ernstfall mal mit einem jungfräulichen System und notieren Sie sich die notwendigen Arbeitsschritte ... erstellen Sie sich Ihren persönlichen Notfallplan ... damit Sie im Fall der Fälle, die Nerven behalten und nicht durch den Zeitdruck, vermeidbare Fehler machen.
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Die drei Seiten der Datensicherheit

Besser als den Notfall erleben ist natürlich das aktive Vorbeugen. Dazu muß man aufmerksam betrachten, durch was ein Datenverlust hervorgerufen werden kann.
Daten können verloren gehen oder beschädigt werden durch:
1. Hardware und Umgebungs Probleme und Störungen
2. Bedien- und Softwarefehler
3. Datendiebstahl und Viren
Gegen Hardwareausfälle und Störungen aus dem Umfeld kann man sich durch entsprechende Redundanz der Hardware und durch Anpassen der Umgebung wirksam vorbeugen.
Datendiebstahl und Viren lassen sich durch Verwendung von entsprechenden Schutzmaßnahmen, eine Firewall zum externen Netz und Vierenscanner an den Stellen, wo Software von Außen kommt, weitestgehend vermeiden. Aber auch die Verwendung von Nicht-Standard-Software (wer sagt denn, dass Outlook das beste E-Mail Program ist?) und das Entfernen von Floppy- und CD-ROM Laufwerken aus den Arbeitsplatzrechnern bringen schon einen erheblichen Gewinn an Sicherheit.
Bedien- und Softwarefehler sind wohl am schwierigsten abzufangen. Hier helfen nur ausführliche Tests auf Sandkasten-Rechnern (Testsystemen) und eine ausreichende Qualifikation der Mitarbeiter.
Alles in allem ist dies mit erheblichen Kosten verbunden. Suchen sie sich einen Berater mit entsprechendem Know How. Er wird Ihnen helfen, die Schwachstellen zu lokalisieren und entsprechende Lösungsvorschläge machen.
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Hardwarefehler und Störungen

Neben dem typischen Abstürzen und Reboot von Windows Systemen gehören Festplattenausfälle zu den häufigsten Fehlern im geschäftlichen Umfeld.
Was tun, wenn eine Festplatte ausfällt? Am besten Sie legen alle relevanten Daten auf einem (oder mehreren) zentralen Server ab. Dieser läßt sich leicht mit einem RAID System (Redundant Array of Independend Disks) ausrüsten. Ein RAID System besteht also aus mehreren Festplatten, die unterenander verknüpft sind (siehe RAID Beschreibung). Eine oder mehrere Platten werden dort ausschließlich zur Sicherheit der Daten betrieben. Die Daten werden so auf den Platten verteilt und berechnet, dass der Ausfall einer einzelnen Platte keinen Datenverlust zur Folge hat. Ja, das System bzw. der Anwender bemerkt den Ausfall noch nicht einmal. Lediglich ein Alarm wird ausgegeben, damit ein Techniker das Laufwerk auswechselt.
Wenn Sie als RAID ein externes RAID System mit eigenständigem RAID-Controller verwenden, sieht das RAID zum Computer wie eine große Festplatte aus und sie haben keine Treiberprobleme mit den verschieden Betriebssytemen, deren Releases bzw. Servicepacks. Außerdem können Sie dann im Falle eines Hardwarefehlers im Server sehr schnell einen Ersatzserver an das RAID anstecken und sind schnell wieder online.

Störungen von außen können durch Temperatur oder Spannungsschwankungen auf dem Stromnetz versuracht werden. Falls Sie als Nachbarn einen Betrieb mit großen Elektromaschinen haben oder in unmittelbarer Umgebung sich eine Baustelle mit großen Kränen befindet, können an Ihrer Anlage seltsame, nicht reproduzierbare Fehler auftreten. In einem solchen Fall ist das Stromnetz zu "entstören". Ihr Server sollte so oder so über eine USV (Unterbrechungsfreie StromVersorgung) versorgt werden. Gönnen Sie sich hier den "Luxus" eines Dauerwandlers, einer sogenannten Online USV. Sie sind zwar um einiges teurer als die preiswerten "Line Interactiv USVs" ... filtern dafür aber Störungen aus dem Netz sehr effektiv heraus.
Auch hier sollten Sie rechtzeitig einen Spezialisten um Rat fragen.
Natürlich ist auch für eine ausreichende Unterbringung und Kühlung des Gesamtsystems zu sorgen. Wesentlich besser als offene Regale von Ikea sind hier geschlossene 19 Zoll Schränke. Betrachten Sie die Mehrausgaben für einen solchen Schrank, wie die Beträge zu einer Feuerversicherung. Professionelle 19" Schränke können exakt nach Kundenbedarf bis hin zur automatischen Feuerlöscheinrichtung oder Vandalismus- und Einbruchalarmmeldung z.B. auf Ihr Handy eingerichtet werden. Zusätzlich lassen sich Ihre Geräte in solchen Schränken fachgerecht erden ... jede Kleinigkeit erhöht die Betriebssicherheit Ihres Rechners und damit auch die Verfügbarkeit Ihrer Daten.
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Festplatten sind Verschleißteile

Eine Festplatte ist ein rotierendes Speichermedium. Je nach Ausführung dreht sie sich zwischen 4.200 und 15.000 mal pro Minute. Das macht bei modernen Platten rund 6 Millionen Umdrehungen an einem normalen Arbeitstag bzw. bis zu 22 Millionen Umdrehungen pro Tag im Non-Stop-Betrieb oder 8 Milliarden Umdrehung im Jahr bei Dauerbetrieb. Das geht nicht ohne Verschleiß und Erwärmung ab.
Zusätzlich unterliegt die magnetische Oberfläche einer "Alterung". Als Faustformel kann man sagen: Eine dauerhafte Erwärmung des Mediums von 40° auf 50° Celsius verkürzt die Lebensdauer der Magnetschicht um etwa 50%.
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SCSI oder IDE Technik

ist des öfteren eine Streitfrage. Dabei gibt es hier gar nichts zu streiten.
Hierzu kann nur gesagt werden: SCSI Festplatten sind von der Konzeption her für professionelle Systeme und für Dauerbetrieb konstruiert. IDE Platten sind für Desktop PC mit deren typischen Einschaltzeiten gebaut. Sie sind typischerweise für eine durchschnittliche Einschaltzeit von 10 Stunden je Tag konzipiert. Sie sind außerdem konstruktionsmäßig für wenige, serielle Zugriffe ausgelegt. Eben für typische Desktop Anwendungen, wo einmal am Tag der Rechner bootet und dann ab und zu ein Programm geladen wird oder ein paar Daten bewegt werden. Sie sind weniger bis gar nicht für typische Server Applikationen mit random Access über den gesamten Tag geeignet.
Betreibt man IDE Platten im Dauerbetrieb, so ergeben sich gegenüber SCSI Laufwerken erheblich höhere Ausfallraten. Während die Ausfälle von SCSI Platten sich bei etwa 1% bewegen sind es bei IDE Platten unter sonst gleichen Bedingungen über ein Jahr gesehen ca. 15%.
... und trotzdem ist ein RAID aus IDE Platten besser als gar kein RAID.
Siehe auch: Vergleich IDE-SCSI Laufwerke oder Menüpunkt Download
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